Laidon – Willkommen in der Welt der Runenmagie

Was ist ein Laidon?

Der Begriff Laidon stammt vermutlich von dem germanischen Wort Laidó, welches Weg (Pfad, Straße) aber auch Führung bzw. Leitung bedeutet. Für uns hat Laidón die Bedeutung „Wegbereiter“.

Der Laidon ist ein Stab vorrangig aus Hasel aber auch z.B. aus Eibe (Eibe kann eh alles besser). Er enthält alle 24 Runen plus die Laidon-Rune (Binderune) so angeordnet, dass man immer eine Rune und die Laidon-Rune gleichzeitig berühren kann. Ist so ein Meister-Schüler-Ding in der traditionellen Ausbildung.

Der Lehrer überträgt seine Fähigkeit zur Kommunikation mit Runen auf die vier bis zwölf Binderunen auf dem Laidon. Dadurch wird dem Schüler ermöglicht, einen intensiveren Einblick in das Wesen der Runen zu erhalten. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, mehrere Laidon miteinander zu verbinden. Drei Laidon von Schülern unterschiedlicher Ausrichtung werden durch ein Ritual über die C-Ebene miteinander vereinigt. Die Anforderungen dafür sind jedoch recht hoch.

Aber was ist denn nun eigentlich Runenmagie?

Als Magie bezeichnet man heute im allgemeinen die Manipulation oder doch zumindest den Versuch der Manipulation von physikalischen Gesetzen und Kräften der Natur. Magie in den verschiedensten Erscheinungsformen gab und gibt es in allen historischen Epochen weltweit. Sie ist ein Bestandteil der menschlichen Kultur. Dabei wird vielfach zwischen guter (weißer) und schlechter (schwarzer) Magie unterschieden. Von der Bezeichnung „Magie“ abgesehen hat das jedoch nichts mit Runenmagie zu tun.

Runenmagie ist die Manipulation von magischer Energie innerhalb der Gesetzmäßigkeiten von Natur und Physik. Runen stellen uns ein unerschöpfliches Reservoir an Energie zur Verfügung. Diese Energie ist jedoch nicht bei allen Runen identisch.

Wir unterscheiden drei Gruppen zu je acht Runen, die nicht mit den bekannten Aettir übereinstimmen. Eine wirklich erschöpfende, zufriedenstellende Beschreibung der einzelnen Gruppen zu liefern ist kaum möglich. Je weiter man mit der Beschreibung ins Detail geht, um so mehr Unterschiede wird jeder einzelne Runer feststellen. Das ist jedoch ganz normal, jede Rune und ihre Wirkung wird sehr individuell erlebt.

Ein Runer „zapft“ nun die Energie einer oder auch mehrerer Runen an und leitet sie auf ein Objekt. Im Prinzip ist das schon alles. In der Praxis stellt es sich dann jedoch etwas komplizierter dar.

Nach Oben

Runenmagie in der Praxis

Nehmen wir als Beispiel die Rune Uruz mit ihrer dominanten Energie. Um zu heilen kann man Uruz fast bedenkenlos nutzen. Dem zu heilenden Objekt wird Energie zugeführt. Die Kunst besteht dann „nur noch“ darin, diese Energie an der richtigen Stelle und auf die richtige Art wirken zu lassen. Dadurch versehentlich Schaden anzurichten ist praktisch unmöglich.

Uruz kann aber auch zur Abwehr von Angriffen eingesetzt werden. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass Uruz keine Verhältnismäßigkeit kennt. Wenn ihr angegriffen werdet, indem jemand Papierkügelchen nach euch wirft, dürft ihr nicht mit dem Schuss aus einer Schrotflinte darauf reagieren. Solch eine Reaktion wäre dem Angriff gegenüber unverhältnismäßig. Uruz hat da „keine Hemmungen“ und reagiert mit brachialer Gewalt. Setzt man Uruz aber in Verbindung mit Fehu (ausgleichende Energie) ein, wird die abwehrende Energie von Uruz der Stärke des Angriffs angepasst.

Verwendet man Ansuz (neutrale Energie), um die Energie der Kraftlinien (die nicht mit der Runenenergie identisch ist) zu nutzen, ist Uruz für die Verbindung erforderlich und um den Energieverlust der Kraftlinien auszugleichen. Auch hier sollte eine Rune mit ausgleichender Energie eingesetzt werde. Erfahrungsgemäß eignet sich in diesem Fall jedoch Wunjo aufgrund ihrer Affinität zu Ansuz besser als Fehu.

Uruz kann also für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Dazu nutzt der Runer Kombinationen mit anderen Runen, teilt ihnen verschiedene Aufgaben zu und harmonisiert ihr Zusammenwirken. Das bezeichnen wir dann als Runenmagie.

Nach Oben

Schwarze und weiße Magie

Bei der praktischen Anwendung gibt es jedoch noch mehr zu beachten. Kommen wir dazu noch einmal auf die sogenannte weiße und schwarze Magie zurück. Runen haben keine Vorstellung von gut und böse. Gut und böse, richtig und falsch sind ethisch-moralische Prinzipien der Menschen. Man kann mit einem Feuer Menschen vor dem Erfrieren retten oder das Haus des Nachbarn zerstören, weil der eine andere Hautfarbe hat. Das macht das Feuer weder gut noch böse, die Absicht und Handlung des Brandstifters aber schon.

Um das nun auf die Runenmagie zu übertragen stellen wir uns einmal die Arbeit eines Runenheilers vor. Zuerst wird eine Diagnose erstellt und meist schon etwas Energie – im Allgemeinen von Uruz – direkt über die Hände des Heilers zugeführt. Dann wird mittels der Heilerstäbe und manchmal auch mit dem Laidon festgestellt, welche Runen für eine Heilung genutzt werden sollen. Im letzten Schritt wird dann mittelt eines Taekhan die Energie auf den Patienten übertragen. Dieser letzte Schritt ist sehr komplex und erfordert höchste Konzentration. Der Runenheiler spricht alle beteiligten Runen und die Binderune (Skarja) seines Taekhan an, verbindet ihre Energien, legt die Art der Wirkung fest, visualisiert das Ziel und lässt die Energie fließen.

Dieser Vorgang kann wenige Sekunden bis mehrere Minuten dauern und ist in gewisser Weise mit der Kunst des japanischen Bogenschießens zu vergleichen. Im Kyudo soll im Moment der Schussabgabe Mushin erreicht werden: ein Zustand so hoch verdichteter Konzentration, dass für andere Gedanken kein Platz bleibt. Dies kann im Idealfall 1:1 auf den Moment der Energieabgabe bei der Runenheilung übertragen werden.

Die Energie fließt also durch das Taekhan auf den Patienten. Ein Teil davon geht jedoch auch immer auf den Runenheiler über. Der gesamte Vorgang ist für den Runenheiler sehr anstrengend. Müdigkeit, Erschöpfung, sogar ein Moment der Orientierungslosigkeit kann die Folge sein. Das geht jedoch recht schnell vorüber. Der Teil der Energie, der auf den Runenheiler übergeht, gleicht jeglichen Verlust schnell aus und es stellt sich dann ein Gefühl von Zufriedenheit und Entspannung ein.

Nach Oben

Parallelen zwischen Heilung und Fluch

Vollziehen wir jetzt einmal diesen Vorgang nach, wenn mittels Runenmagie ein Fluch ausgesprochen werden soll. Analog zur Diagnose wird ein Ziel ausgewählt. Wen soll es treffen, welche Art von Schaden soll es anrichten. Darauf folgt die Auswahl der Runen, deren Energie man verwenden will. Die Runen werden angesprochen und durch ein Hilfsmittel, entsprechend dem Taekhan des Runenheilers, wird ihre Energie verbunden und kanalisiert. Das Ziel wird visualisiert – und dann wird es ein wenig unheimlich.

Was auch immer die Ursache ist, das Visualisieren des Ziels gestaltet sich wie Fische fangen mit bloßen Händen. Kaum hat man einen berührt – schwups ist er weg. Das macht es schwierig aber nicht unmöglich, die Energie abzusenden. Anstrengender als bei der Heilung mit Runen ist es jedoch auf jeden Fall. Wie immer bei der Ausübung von Runenmagie geht ein Teil der Energie auf den Absender über – und wirkt dort so, wie von ihm beabsichtigt. Welcher Schaden also auch immer bei dem Ziel des Angriffes beabsichtigt ist, er wird auch beim Absender angerichtet.

Jetzt stellt euch einmal vor, dass Ziel würde durch ein Runenamulett mit Uruz geschützt. Die abgesendete Energie kommt postwendend zurück und entfaltet ihre Wirkung beim Absender. Lasst uns das Thema schwarze Magie mit ein wenig schwarzem Humor abschließen: „Schwarze Runenmagier“ haben ein geringes Verfallsdatum und sind schnell weg vom Fenster. Es lohnt nicht wirklich, weiter über sie nachzudenken.

Nach Oben

Sexualmagie und Liebeszauber

Interessanterweise wird dieser Effekt des Zurückwerfens oder Reflektierens in einem ganz anderen Bereich auch noch genutzt. Machen wir uns noch einmal bewusst, wie Runen mit uns kommunizieren: Sie sprechen unsere Gefühle an und lösen Emotionen aus. Was sie nicht können, ist Gefühle zu erzeugen. Die Vorstellung, dass durch einen sogenannten Liebeszauber (mit Runen) jemand dazu gebracht werden kann, sich in eine gewünschte Person zu verlieben, ist also nicht zutreffend. Ist jedoch bereits Sympathie, Zuneigung oder gar Liebe vorhanden, kann dieses Gefühl durch Runenmagie bewusster gemacht werden.

Man kennt das ja. In einer Gruppe findet sich ein Pärchen. Von den beiden Betroffenen abgesehen haben es alle schon lange kommen sehen. Hinter ihrem Rücken wurde getuschelt, man hat die Augen verdreht und sich über ihr seltsames Verhalten amüsiert. Vielleicht wurden auch Sprüche geklopft wie: „Jetzt nehmt euch ein Zimmer und bringt es endlich hinter euch“. Es ist oft sehr viel einfacher, Gefühle bei anderen zu erkennen als die eigenen wahrzunehmen. Würde nun aber jeder Partnersuchende einen entsprechenden Talisman bei sich tragen, wären Singlebörsen bald überflüssig.

Eine Kombination des Bewusstmachens eigener Emotionen mit dem weiter oben erklärten Prinzip von Angriff und Abwehr wird in der Sexualmagie angewendet. Durch das Übertragen und Reflektieren der Emotionen kann es zu einer Art wechselseitigem Echoeffekt kommen, der das Erleben sehr viel intensiver macht. Dabei ist jedoch viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung im Umgang mit Runen erforderlich.

Nach Oben